Die Anfänge der Produktionsstätte der Kelterei Sachsenobst GmbH Dürrweitzschen in Ebersbach/Neugreußnig reichen zurück bis in das Jahr 1936. Damals kaufte Heinrich Hirschberger eine direkt am Ufer der Freiberger Mulde und unmittelbar vor den Toren der Stadt Döbeln gelegene Mühle und errichtete an dieser Stelle eine Süßmost- und Obstweinkelterei. Die feinen Fruchtsäfte und Obstweine waren schon bald in aller Munde.
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Greußniger Mühle |
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Nachdem in der Nachkriegszeit in der Kelterei Hirschberger auch Konserven, Öl und Sirup hergestellt wurden, konnte man Anfang der 50iger Jahre wieder ausschließlich Most und Wein im Lohnmostverfahren produzieren. In dieser Zeit wurde vom Keltereiinhaber Heinrich Hirschberger auch das legendäre „Hirschblut“ kreiert. Der aus verschiedenen Fruchtweinen hergestellte „Kultwein“ ist auch noch heute sehr begehrt und deshalb der absolute Renner im Obstweinsortiment der Kelterei Sachsenobst.
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Hirschblut im Wandel der Zeit
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Mit viel Kraft und Elan gelang es Heinrich Hirschberger, seinen Betrieb auf technischen Höchststand zu bringen. Bis zum Jahr 1972 wurde die Kelterei schrittweise erweitert und modernisiert. 25 Mitarbeiter füllten zu dieser Zeit ca. zwei Millionen Flaschen pro Jahr (0,7 l-Flaschen).
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Abfüllung im VEB Kelterei Neugreußnig |
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Am 15. Juni 1972 wurde in der ehemaligen DDR die Mehrzahl von zu diesem Zeitpunkt noch privaten Betrieben zwangsenteignet und verstaatlicht. Auch die Kelterei Hirschberger war von dieser drakonischen Maßnahme betroffen und firmierte von da an bis 1990 als VEB Kelterei Neugreußnig. Nunmehr verließen jährlich bis zu 5 Millionen Flaschen den Betrieb.
Hauptkunden waren der Sozialistische Großhandelsbetrieb Obst, Gemüse, Speisekartoffeln (SGHB OGS), die Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen Aktiengesellschaft (Mitropa), die Nationale Volksarmee (NVA) und ausgewählte Großbetriebe im Bezirk Leipzig.
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Nach der politischen Wende im November 1989 stellte Heinrich Hirschberger den Antrag auf Reprivatisierung des Betriebes und erhielt selbigen am 1. Juli 1990 zurück. Die nun gegründete Hirschberger GmbH unternahm zwar große Anstrengungen, um ihre Fruchtsäfte und Obstweine auf dem nunmehr mit westlichen Produkten geprägten Markt abzusetzen, doch der Rückgang der Produktion war nicht mehr aufzuhalten.
Im Jahr 1991 erwarb die Obstland Dürrweitzschen AG die Neugreußniger Kelterei. Als Tochterunternehmen der Obstland Dürrweitzschen AG begann die Plantana Fruchtsäfte GmbH Dürrweitzschen die im „Obstland“ gereiften Äpfel, Johannisbeeren und Sauerkirschen zu verarbeiten und als flüssiges Obst zu vermarkten.
Mit der „Rückbesinnung“ auf regionale Marken wurde die Plantana Fruchtsäfte GmbH 1993 in die Kelterei Sachsenobst GmbH Dürrweitzschen umgewandelt.
„Sachsenobst“ etablierte sich von da an als weithin bekannte Dachmarke für „Frisches und Flüssiges Obst aus einer Hand“!
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Im Herbst 1997 begann die Obstland Dürrweitzschen AG mit einer umfangreichen Rekonstruktion und Modernisierung der Produktionsstätte der Kelterei Sachsenobst in Neugreußnig.
In vier Bauabschnitten wurden alle Produktionsabschnitte (Presserei, Tanklager, Abfüllung, Fertigwarenlager) auf den neuesten technologischen Stand gebracht.
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Auch der Bau einer umweltgerechten Abwasserbehandlungsanlage und die Modernisierung der Büro- und Aufenthaltsräume gehörten zu dieser Investition, die im Jahr 2000 abgeschlossen werden konnte.
Der 13. August 2002 ging als „Schwarzer Dienstag“ in die Geschichte der Kelterei Sachsenobst ein. Das „Jahrtausend-Hochwasser“ der Freiberger Mulde überschwemmte alle Gebäude, die gesamte Abfülltechnik wurde zerstört, der Fertigwarenbestand versank im Schlamm, Leergut, Container und sogar eine Zufahrtsstraße wurden weggespült. |
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Dank der vielen Helfer, die sofort selbstlos mit der Beseitigung der Schäden begonnen haben, gelang es bereits im September 2002 den Pressereibetrieb wieder aufzunehmen. Kurz darauf liefen auch die ersten Flaschen wieder vom Band.
Zum „1. Tag der offenen Tür“ im September 2003 konnte den Gästen dann stolz das Ergebnis der umfangreichen Wiederaufbauarbeit präsentiert werden. |
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Vieles hat sich in der Kelterei im Laufe der Jahre verändert. Geblieben ist die Tradition der Direktsaftherstellung. Noch immer werden die meisten Produkte nicht durch Rückverdünnung aus Konzentrat, sondern direkt aus dem Saft erntefrisch gepresster Früchte hergestellt. So ist es möglich, wertvolle Inhaltsstoffe und den ursprünglichen Fruchtgeschmack zu erhalten.
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Sachsenobst – so schmeckt Natur.
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